Gartenkalender

Der Garten im Dezember

Wer denkt, dass es im Winter im Garten nichts zu tun gibt, liegt falsch! Auch im Winter darf der Garten nicht vernachlässigt werden. Wir zeigen Ihnen, was Sie im Garten im Dezember unbedingt erledigen sollten.

Garten im Dezember
Der Garten im Dezember – Pflanzen pflegen, schneiden und für Weihnachten vorbereiten!© Tunatura – stock.adobe.com

Natürlich ist in den kalten Monaten weniger zu tun als beispielsweise im Frühjahr, dennoch dürfen Sie die Pflege Ihrer Pflanzen auch im Winter nicht vergessen. Wer jetzt im Dezember vorsorgt, hat in den Frühlingsmonaten weniger Arbeit und kann sich zudem an prächtig gedeihenden Pflanzen erfreuen.

Allgemeine Arbeiten im Garten im Dezember

Während viele laubabwerfende Pflanzen in der Winterruhe kaum Wasser benötigen und eigentlich nicht gegossen werden sollten, müssen immergrüne Pflanzen, wie beispielsweise Buchs, Eibe oder Rhododendron, regelmäßig gegossen werden. Dies sollten Sie so lange tun, wie der Boden noch nicht gefroren ist.

Den Bodenbereich können Sie bei Frost mit gehäckselten Zweigen, Laub oder Abfällen aus dem Gemüsegarten mulchen, das tut den Pflanzen jetzt besonders gut.

Ebenfalls ratsam ist es, im Dezember im Garten die Rinde der Bäume und Sträucher zu pflegen. Entfernen Sie hierfür durch vorsichtiges Abreiben lose Borkenteile – die empfindliche darunterliegende Rinde muss aber unverletzt bleiben.

Garten im Dezember
Unter der Borke verstecken sich oft Larven, die dort große Schäden anrichten können.© smartbobert – stock.adobe.com

Unter der lockeren Borke nisten sich sonst die unterschiedlichsten Schädlinge für ihr Winterquartier ein.

  • Haben Sie Puppen oder Eier beim Entfernen der losen Borke entdeckt, so fangen Sie sie auf einer Unterlage auf, damit die Schädlinge nicht in den Boden gelangen. 
  • Kontrollieren Sie während der Rindenpflege die Leimringe an den Bäumen und erneuern Sie sie, falls die Klebkraft nicht mehr ausreichend erscheint.
  • Entfernen Sie auch eventuell anheftende Blätter.

Außerdem ist jetzt im Dezember mit den ersten Schneefällen zu rechnen. Bäume und Sträucher sind bei starkem Schneefall besonders anfällig für Schneebruch. Deswegen sollten Sie – vor allem bei nassem Schnee – die Gehölze im Garten von der schweren Last befreien. Sie können den Schnee entweder abschütteln oder mit einem Besen abkehren.

Bei Schneefall freuen sich nicht nur Bäume und Sträucher über Hilfe – heimische Vögel fressen gerne winterfestes Vogelfutter in Ihrem Garten, wenn sie in der Natur keine Nahrung mehr finden.

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Vögel freuen sich bei starkem Schneefall über hochwertiges Futter.© Ingo Bartussek – stock.adobe.com

Sie können das Futter und das Vogelhäuschen natürlich auch selber machen! Außerdem haben wir 7 Ideen für Futterplätze für Vögel.

Vergessen Sie nicht, sich neben den Gartenpflanzen auch um die Pflanzen im Winterlager zu kümmern. Kontrollieren Sie die Pflanzen und Blumenzwiebeln auf Trockenheit und Schädlinge und entsorgen Sie befallene Exemplare.

Der Ziergarten im Dezember

Im Dezember lässt sich im Ziergarten so einiges machen und umgestalten! Im Steingarten können Sie jetzt noch Unkraut jäten – sammeln Sie auch herabgefallenes Laub von den Beeten ab, um Fäulnis vorzubeugen.

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Ist der Boden nicht vollständig gefroren, können Sie Gehölze umpflanzen.© chihana – stock.adobe.com

Falls Sie für das kommende Jahr neue Ideen haben, lassen sich selbst bei leichtem Frost noch größere Gehölze versetzen. Sie sollten nach dem Einpflanzen auf genügend Feuchtigkeit achten: Schon gleich nach der Anpflanzung sollte der Baum oder der Strauch ausgiebig gewässert werden. Decken Sie außerdem den unmittelbaren Wurzelbereich mit speziellen Schutzmatten (aus Vlies, Kokos) ab, das schützt vor zu starker Sonneneinstrahlung, Austrocknung und Kälte.

Auch von einem Schnitt im Dezember profitieren die Ziergehölze in Ihrem Ziergarten. An frostfreien Tagen können sie bis zum Februar geschnitten werden. Bäume mit kugelförmigen Kronen brauchen alle zwei bis drei Jahre einen Verjüngungsschnitt, alte und kahl gewordene Hecken können Sie ruhig radikal kürzen, dann bilden sich im Frühjahr kräftige Neuaustriebe aus. Im Allgemeinen belohnen die Bäume und Sträucher im Ziergarten den Winterschnitt mit kompaktem Wuchs und dichter Blüte.

Aufgepasst: Das sind die 4 größten Fehler beim Schneiden von Bäumen und Sträuchern!

Rosenpflege im Dezember

Natürlich gehören auch Rosen in den Ziergarten. Im Dezember leiden die Rosenpflanzen unter der Wintersonne und kalten, trockenen Winden. Die warme Sonneneinstrahlung zwingt die grüne Rinde dazu, Wasser zu verdunsten.

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Schützen Sie Ihre Rosen mit Vlies oder Leinensäcken.© Kalle Kolodziej – stock.adobe.com

Bei gefrorenem Garten beziehungsweise Boden wird kein Wasser nachgeliefert und die Rose trocknet aus. Abhilfe schafft eine Abdeckung aus Nadelholzreisig oder Vlies.

Plastik eignet sich nicht zum Abdecken der Rosen im Winter, Plastikfolien verursachen Wärmestau und Pilzkrankheiten werden gefördert.

Auch wenn Rosen grundsätzlich eher frostunempfindlich sind, so ist die Veredelungsstelle ein Schwachpunkt: Sie ist kälteempfindlich. Häufeln Sie im Rosenbeet Kompost, Laub und Erde an und decken Sie die Rosen anschließend mit Nadelholzreisig ab.

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Nicht nur Rosen profitieren von den Laub- und Erdehaufen. Auch junge Rhododendren können so geschützt werden.© olgabungova – stock.adobe.com

Mulchen Sie die Böden in den Beeten jedoch erst, wenn der Boden bereits hart gefroren ist. Dabei sollte die Temperatur in der obersten Bodenschicht aber noch nicht unter minus 10 Grad Celsius gefallen sein. Die Mulchschicht sorgt dafür, dass die Kälte auch im Frühjahr länger im Boden bleibt, wodurch ein vorzeitiger Austrieb der Pflanzen und dadurch die Gefahr von Schäden durch Spätfrost gemindert wird.

So schützen Sie Jungpflanzen und Keimlinge vor Kälte!

Außerdem: Auch im Obstgarten beginnt im Dezember die Schnittzeit – beste Gelegenheit, um Obstbaumkronen auszulichten und kranke oder abgestorbene Astpartien zu entfernen.

  • Schneiden Sie sich kreuzende Zweige und nach innen wachsende Äste ab, waagerecht und flach wachsende Triebe sollten Sie hingegen besser verschonen.
  • Gehen Sie beim Schneiden sorgsam vor, indem Sie die Wunde so klein wie möglich halten.
  • Verschließen Sie alle größeren Schnitte anschließend mit Wundverschlussmittel (beispielsweise Harz).
  • Stark wachsende Bäume sollten Sie erst im Frühjahr schneiden, da ein zu früher Winterschnitt das Wachstum weiter anregt. Schneiden Sie deshalb nicht vor Februar! 
  • Nehmen Sie den Baumschnitt nur an Tagen vor, an denen die Temperaturen nicht unter minus fünf Grad Celsius liegen.
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Lichten Sie im Dezember Ihre Obstbäume aus.© mangviolet – stock.adobe.com

Arbeiten auf Balkon und Terrasse im Dezember

Natürlich fallen auch auf Balkon und Terrasse selbst im Dezember Gartenarbeiten an. Solange kein Frost aufkommt, dürfen Sie das Gießen Ihrer Kübelpflanzen nicht vergessen. Entfernen Sie außerdem regelmäßig vertrocknete und kranke Zweige. Um Frostschäden oder Staunässe zu vermeiden, stellen Sie die Töpfe zum Beispiel auf Ziegelsteine, damit das Wasser unten besser ablaufen kann.

Kübelpflanzen richtig überwintern: So schützen Sie sie vor Kälte und Frost!

Kontrollieren Sie die vor Frost geschützten Kübelpflanzen und erneuern Sie die Vlies- oder Kokosmattenabdeckungen falls nötig. Achten Sie darauf, dass das Material nicht zu schwer für die Pflanze ist und dass kein Luftzug unter der Abdeckung entsteht.

Entdecken Sie Pflanzen, die trotz aller Maßnahmen von Frost geschädigt wurden, sollten Sie sie zurückschneiden. Kübelpflanzen, Koniferen und Stauden, die vom Frost geschädigt wurden, sind nämlich anfälliger für Pilzbefall.

Winterliche Dekoration im Dezember

Falls Ihnen Ihr winterlicher Balkon oder Ihre Terrasse zu trist erscheint, so können Sie nun im Dezember Kübelpflanzen schön arrangieren. Viele winterharte Stauden und Büsche lassen sich in Form schneiden und effektvoll arrangieren - und werten den kahlen Garten wieder etwas auf! Versuchen Sie es doch mit dem Buchsbaum, der in Töpfen sehr gut gedeiht.

Das sind 9 winterharte Balkonpflanzen!

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Immergrüne Kübelpflanzen lassen sich schön arrangieren.© Maksim Shebeko – stock.adobe.com

Haben Sie keine winterharten Stauden, so können Sie ganz leicht improvisieren: Einfach Tannenzweige, fruchttragende Zweige von Zwergmispeln und Schneebeere in die Balkonkästen oder in leere Pflanzkübel auf der Terrasse stecken. Dazwischen stellen Sie ein paar kleinere Töpfe mit Schneeheide und Christrosen und schon haben Sie eine anmutige Winterstimmung gezaubert!

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Die Idee mit den Zweigen lässt sich auch gut in den Wohnräumen umsetzen.© Olga Mishyna – stock.adobe.com

Außerdem: Es lohnt sich, von beerentragenden Sträuchern die Äste abzuschneiden! Das Schneiden der sogenannten „Barbarazweige“ ist am 4. Dezember Tradition: Geschnitten werden Zweige von blühenden Gehölzen, die bereits im Dezember Knospenansätze zeigen. Dabei kann jeder nach Belieben seine bevorzugten Blütengehölze auswählen.

Für die Arrangements der Zweige eignen sich:

  • Birke
  • Kirsche (Süßkirschen und Kornelkirschen)
  • Haselnuss
  • Holunder, Apfel, Rotdorn
  • Pflaume oder Kastanie

Legen Sie die Zweige zuerst einen halben Tag in lauwarmes Wasser, am besten in der Badewanne. Danach können Sie die Zweige in einen warmen Raum in eine Vase mit zimmerwarmem Wasser stellen. Zeigen sich an Weihnachten die ersten Blüten, soll dem Besitzer für das folgende Jahr das Glück sicher sein.

Woher kommt diese Tradition?
Sie basiert auf der Ehrung der heiligen Barbara, die im 3. Jahrhundert lebte und in Zeiten der Christenverfolgung von ihrem eigenen Vater angezeigt und daraufhin hingerichtet wurde. In Aussicht auf ihren baldigen Tod erfreute sie sich an einem verdorrten Kirschzweig, der in ihrer Zelle an ihren letzten Tagen zu blühen begonnen hatte.

Neben Kübeln und Zweigen können Sie Ihren Garten und Ihre Terrasse bzw. Balkon auch mit schönen Lichtern schmücken. Funkelnde Lichterketten oder Bodenstrahler machen sich in dieser dunklen Jahreszeit besonders gut – Sie sind ideal für die weihnachtliche Beleuchtung und schließlich wird es auch sehr schnell dunkel.

Ideen für Gartenbeleuchtung finden Sie hier.

Der Gartenteich im Dezember

 Haben Sie einen Teich im Garten, so sollten Sie ihn spätestens jetzt im Dezember winterfest und frostsicher machen.

Tipp: Spannen Sie schon rechtzeitig, bevor die Bäume in Ihrem Garten ihre Blätter verlieren, ein Netz über den Teich. So fangen Sie das Laub auf, bevor es ins Wasser fallen und zum Teichboden sinken kann. Das Laub verrottet ansonsten im Gartenteich und verunreinigt das Wasser.

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Auch der Gartenteich braucht im Winter Aufmerksamkeit.© Andrea – stock.adobe.com

Das ist für den Gartenteich im Dezember zu erledigen:

  • Stellen Sie die Fütterung der Teichfische komplett ein – sie befinden sich jetzt in der Winterruhe.
  • Entfernen Sie nicht-winterharte Teichpflanzen (Seerosen), sowie Pumpen und Filter und überwintern Sie sie an einem geeigneten frostfreien Ort.
  • Wichtig ist auch ein Belüftungsloch in der Eisdecke des Teichs, damit Faulgase ungehindert entweichen können. Hierfür gibt es spezielle Eisfreihalter, auch ein Bündel Binsen leistet gute Dienste.
  • Aber Vorsicht: Ist der Teich vollständig zugefroren, schlagen Sie die Eisdecke nicht ein! Der resultierende plötzliche Druckunterschied führt dazu, dass die Schwimmblasen der Fische platzen. Besser ist es, vorsichtig und langsam mit heißem Wasser ein Loch in die Eisdecke zu schmelzen. Am besten setzen Sie anschließend direkt einen Eisfreihalter ein, um den Teich vor erneutem Zufrieren zu schützen.

EXTRA: Weihnachtsbäume im Topf

Bestimmt haben auch Sie von diesem Trend gehört: Ein Weihnachtsbaum im Topf, anstatt sich jedes Jahr einen neuen kaufen zu müssen. Ein solcher Weihnachtsbaum ist für diejenigen eine gute Idee, die noch etwas Platz im Garten haben und den ausgewählten Weihnachtsbaum nicht gleich nach den Feiertagen wieder entsorgen möchten.

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Weihnachtsbäume können Sie bereits im Topf kaufen.© chamillew – stock.adobe.com

Wählen Sie sich einen Baum, der am besten bereits im Topf gewachsen ist – das Selbstanpflanzen ist nämlich nicht immer erfolgreich. Lassen Sie den Weihnachtsbaum im Topf bis kurz vor den Feiertagen draußen stehen – natürlich können Sie ihn bereits hier schön schmücken und mit Lichtern dekorieren.

Soll der Baum nun ins Haus, braucht er eine kurze Umgewöhnungszeit aus dem winterlichen Garten ins beheizte Wohnzimmer. Lassen Sie ihn etwa 2-3 Tage an einem schattigen, frostfreien und windgeschützten Ort stehen – das gilt auch für den Auszug nach draußen, wenn die Feierlichkeiten vorbei sind.

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Schön geschmückt sind Weihnachtsbäume im Topf ein echter Hingucker!© Aliona Ryne – stock.adobe.com

Im Haus braucht der Weihnachtsbaum dann einen möglichst kühlen Standort, länger als zehn Tage sollten Sie ihn nicht im Zimmer stehen lassen. Während dieser Zeit ist es besonders wichtig, dass der Wurzelballen nicht austrocknet – also regelmäßig überprüfen und bei Bedarf etwa jeden zweiten Tag gießen.

Sie sehen also – selbst im Dezember steht Gartenarbeit an! Wenn Sie alle Tipps beachten, können Sie sich im Frühjahr an einem prächtigen Wuchs erfreuen.

Schon gewusst?Sie können sogar im Winter gärtnern! Wir zeigen Ihnen die Optionen.

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